Smart Home – Ein Muss für zukunftsfähige Immobilien

Häuser und Wohnungen werden heute für mehrere Jahrzehnte gebaut. In vielen Bereichen achtet man vernünftigerweise darauf, heutige und auch zukünftige Bedürfnisse zu stillen. Man plant:

– breitere Türen, falls man im Rollstuhl in der Wohnung leben muss,

– ein Leerrohr für die PV-Anlage oder zum Beispiel

– Anschlüsse für eine zweite Küche im Obergeschoss.

Hier wie auch in anderen Lebensbereichen wird immer mehr Technik verwendet. Im Auto etwa verbessern Assistenzsysteme, elektrische Fensterheber, Sprachsteuerung unser Fahrerlebnis und machen das Autofahren sicherer. Wir leben in einer digitalisierten Welt.

Elektroinstallation in Neubauten aber werden oft noch so installiert wie vor 70 Jahren. Technische Standards, die man aus anderen Bereichen kennt, werden kaum erfüllt. Mögliche zukünftige Bedürfnisse gar nicht erst bedacht. Dabei beginnt die Zukunft mit Smart Home schon heute!

Smart Home als zukunftssichere Grundlage

Die Grundlage für ein Smart Home bildet eine digitale Infrastruktur. Diese in der Bauphase einer Immobilie zu installieren ist vergleichsweise einfach und kostengünstig. Durch die schlichte Installation eines sogenannten KNX-Buskabels legt man die Basis für ein Smart Home. KNX hat sich mittlerweile über einige Jahrzehnte bewährt. Er ist der weltweit einzige offene, kabelgebundene Standard in der Gebäudeautomation. Mehr als 500 Hersteller weltweit stellen entsprechende Komponenten zur Verfügung. Es gibt in der Welt des Smart Homes nichts, was sich nicht an KNX anbinden lässt. Darüber hinaus sind KNX-Systeme heutzutage als Gesamtlösung mit höchstmöglicher Vorfertigung erhältlich. Nach der Verkabelung sind solche Systeme direkt betriebsbereit. Mit einfachen Mitteln kann man so ein Haus oder eine Wohnung zukunftsfähig machen. So halten sie sich alle Möglichkeiten von heute und morgen offen.

Der Komfort für die Bewohner steigt dadurch unmittelbar: eine einfach eingerichtete Anwesenheitssimulation (u. a. „alle Lichter aus“, „alle Jalousien runter“) oder Alarmierungsfunktionen sind dabei nur ein Bruchteil. Mit einer digitalen Infrastruktur auf KNX-Basis sind praktisch alle Wege offen.

Stetig neue Entwicklungen im Rahmen künstlicher Intelligenz versprechen Anwendungen, an die wir heute noch gar nicht denken. Nur durch eine grundlegende digitale Infrastruktur wird den Bewohnern die Möglichkeit gegeben, derartige Funktionen in ihrem Heim zu nutzen.

Unwissenheit behindert die Adoption von Smart Home

Die Parteien, die in diesem Zusammenhang die Entscheidung für den Einsatz einer solchen digitalen Infrastruktur treffen, sind vielfach leider (noch) unmotiviert. Neue Wege werden bekanntlich nur schwer beschritten was viel mit Unwissenheit zu tun hat. Der Elektriker bleibt gerne bei Altbewährtem, der Bauträger, Projektentwickler oder Hausanbieter ist sehr auf das Hier und Heute fixiert. Die Kosten für den Bau stehen im Vordergrund. Oft ist weder die Bedeutung eines Smart Homes bekannt noch die moderaten Kosten für eine Installation. Die Haus- und Wohnungskäufer sind letztendlich in vielen Fällen nicht ausreichend über die Möglichkeiten informiert.

Fazit

Aus unserer Sicht gilt das Motto: „Wer heute eine Elektroinstallation wie vor 70 Jahren errichtet, investiert in einen Altbau“. Eine Smart Home ist ein Muss in einer Welt, in der wir vielfach schon an übermorgen denken!

Dr. Ralf Schmelter

Ähnlich erschienen in Haus und Elektronik 1/2020